Donnerstag, 9. Mai 2013

Merkom (12): Bürokratie und Datenschutz - Der Killer in deutschen Krankenhäusern

Wieder einmal stell ich mir die Frage, was da nicht richtig läuft, doch diesmal fasse ich mich deutlich kürzer. Es ist ein Appell, den ich an das Deutsche Gesundheitssystem richten möchte. 
Nach dem letzten Teil der Kommentar-Reihe "Merkom", mit dem Titel "Unsere Fankultur - Eine Hau-Drauf-Kultur?", kommt jetzt eine kurze kritische Auseinandersetzung mit dem Gesundheitssystem...

...vor kurzem brach er zusammen. Seine Diagnose "Krebsbefall der Prostata" war nur ihm bekannt. Als er den Notruf wählte, was er geradesoeben noch schaffte, kam der Rettungswagen ganz schnell. Leider wussten die Sanitäter und Ärzte nicht, dass er bereits Krankheiten besaß. Der Patient, der da lag, konnte nicht mehr antworten. Eine komplette Untersuchung muss her! - Warum, wofür?
Seine Krankenkassenkarte reichte nicht aus, denn aus Datenschutzgründen konnte das Krankenhaus nicht erfragen, was er für Krankheiten in sich trägt.
Da stellt sich mir die Frage nach dem Sinn: Ein Datenschutz, der vor Rettungsmaßnahmen schützt?
Gedacht war vor einigen Jahren, als genau dieses Thema zur Debatte stand, dass z.B. ein Zahnarzt nicht unbedingt wissen muss, wenn Krankheiten im z.B. Prostata-Bereicfh vorliegen. Aber bei einem Zusammenbruch ist gerade solch eine Information wichtig um dem Patienten besser helfen zu können.
Ich will nicht wissen, wie viele Menschen in solchen Fällen sterben, weil die Bürokratie (die Einforderung von Akten) und der Datenschutz das weiterleiten überlebenswichtiger Daten verhindert.

Ein Überblick über die Kommentarreihe "Merkom" gibt es auf der Seite "Sonderbeiträge".
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